Kinderdorfmutter mit „Haut und Haar“

Diana Fünfkirchler lebt seit 2014 mit ihrer Familie im Pestalozzi Kinderdorf und betreut sieben Kinder zwischen zwei und 14 Jahren. „Mein Mann und ich haben uns vor unserer Entscheidung hierher zu kommen, verschiedene Kinderdörfer angesehen“, berichtet sie. „In Wahlwies hat uns das ganzheitliche Konzept und die Herzlichkeit sehr beeindruckt. Das haben wir in anderen Einrichtung so nicht gespürt. Auch dass wir beide in Vollzeit in der Betreuung arbeiten können, hat uns überzeugt.“

Für die Familie war der Umzug aus Sachsen-Anhalt ein großer Schritt. „Es war eine Familienentscheidung. Meine Töchter waren damals zehn und 16 Jahre alt. Die eine kam gerade aus der Grundschule, die andere hatte ihren Realabschlussabschluss in der Tasche.“ Beide waren mit dem Umzug einverstanden. „Der Anfang war trotzdem nicht leicht, schließlich haben sie nicht nur ihre Freunde und Verwandten zurückgelassen, sondern mussten ihre Eltern mit anderen Kindern ‚teilen‘. Weil die betreuten Kinder mich ja mit Vornamen ansprechen, hat meine jüngere Tochter mich anfangs gefragt, ob sie denn jetzt noch Mama sagen darf. Wir haben eine Weile gebraucht, bis wir wirklich angekommen sind. Aber mittlerweile sind zwischen meinen Töchtern und den betreuten Kindern enge Freundschaften entstanden. Selbst wenn ich frei habe, sind meine Kinder manchmal in der Gruppe, um mit den anderen Mädchen Zeit zu verbringen.“

Trotzdem sei es wichtig, Freiräume zu schaffen, um dann nur für die eigene Familie da zu sein. „Das ist nicht immer leicht, denn die betreuten Kinder fordern sehr viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Aber uns helfen klare Strukturen und Regeln, die wir gemeinsam aufgestellt haben.“ Besuche in der Privatwohnung von Diana Fünfkirchler sind beispielsweise nur zu besonderen Anlässen erlaubt. „Wir machen manchmal gemeinsame Fernsehabende auf meiner Couch, das genießen alle sehr und befriedigt die Neugier der Kinder“, schmunzelt sie.
Mit Familie Fünfkirchler leben auch ein Hund und eine Katze im Familienhaus. „Die Tiere bringen auf der einen Seite viel Leben und auf der anderen Seite viel Ruhe ins Haus. Unser Hund ist wie ein Hütehund – wenn wir bei Ausflügen sind, passt sie auf, dass die Gruppe zusammenbleibt. Das gibt den Kindern zusätzlich das Gefühl, dass sie dazugehören. Sie hat auch einen guten Instinkt, wenn es jemandem nicht gut geht. Dann geht sie auf die Kinder zu, stupst sie mit der Nase an und fordert Streicheleinheiten. Das hilft manchmal mehr als viele Worte.“

Man bringe sehr viel Persönliches in die Arbeit ein: „Ich bin mit Haut und Haar Kinderdorfmutter. Der Alltag ist fordernd, aber mit Humor, Phantasie, guten Nerven, Geduld und Ausdauer ist vieles machbar. Am Wichtigsten ist aber, dass man das Herz am rechten Fleck hat und die Kinder so nimmt, wie sie sind.“