Integrative Therapie

Die Integrative Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das an verschiedenen Ebenen des menschlichen Erlebens ansetzt: am Leib, der Emotion und der Kognition. Der Mensch wird als Individuum innerhalb seines Umfeldes und vor dem Hintergrund seiner Biographie, der Geschichte seiner Familie und den Lebensumständen gesehen. Entsprechend begegnen jedem Menschen Ereignisse und Atmosphären, die seine Entwicklung unterstützen und fördern, aber auch solche, die sein Wachstum behindern. Daraus können sich Konflikte, Störungen, Traumata und Schädigungen entwickeln, aber auch Ressourcen, Stärken und Widerstandskraft (Resilienz) entstehen.

Die Integrative Therapie versucht, je nach Vorgeschichte des Kindes oder Jugendlichen, auf verschiedene Bereiche der psychischen Struktur zu wirken. Diese betreffen sowohl frühe leibliche Erfahrungen wie Stimulierung oder Bewegung, frühe Interaktionserfahrungen wie Vertrauen oder Verlässlichkeit, die Selbst- und Fremdwahrnehmung und die Entwicklung der eigenen Identität.

Ansatzpunkt der therapeutischen Arbeit ist das kindliche Spiel, das das menschliche Sein ganzheitlich einschließt. Es ist leiblich konkret, emotional dicht und von Neugier und Wissensdurst bestimmt. Das Kind und der Therapeut suchen gemeinsam nach einem kreativen Medium - wie Bewegung, Rollenspiel, Arbeit mit Ton oder Malen. Durch das Medium können Kinder oder Jugendliche symbolisch mitunter jene Teile der Alltags- und Lebensgeschichte "erzählen", die bisher nicht mitteilbar waren. Damit werden innere Konflikte für Veränderungen zugänglich.