Ein Tag im Leben von... Familie Gottlöber

„Wir sind „Gemeinschaftsmenschen“, erklärt Martina Gottlöber auf die Frage, wie sie und ihr Mann zu dem Entschluss kamen, im Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf ein Familienhaus zu leiten. Die ausgebildete Hauswirtschafterin sowie Klassenbegleiterin an einer Förderschule und der Waldorfpädagoge und Eurythmielehrer sind viel herumgekommen und haben verschiedenste Formen des Gemeinschaftslebens kennen und schätzen gelernt.  „Nach zehn Jahren in der Lüneburger Heide war für uns die Zeit für eine Veränderung gekommen, wir wollten neue Menschen kennenlernen“,  antwortet Boris Gottlöber auf die Frage, wie man dazu kommt, sich als Hausleitung im Pestalozzi Kind
erdorf zu bewerben. „Außerdem war es uns wichtig, einen Ort zu finden, wo wir beide arbeiten können“, so Martina Gottlöber. 

Seit einem Jahr leitet das Ehepaar Gottlöber jetzt gemeinsam eine Kinderdorffamilie mit zwei eigenen und  sechs betreuten Kindern zwischen sechs und 18 Jahren. Beide sind im Kinderdorf angestellt. Mitarbeitern ohne entsprech
ende Ausbildung ermöglicht das Kinderdorf eine berufsbegleitende Nachqualifizierung. Daher besuchen Martina und Boris Gottlöber an zwei Abenden in der Woche noch eine Schule, um die Ausbildung als Erzieher/-in zu machen. Hier unterstützen sich die beiden gegenseitig. Oft sind sie abends in der Familie nicht abkömmlich. Dann geht eben nur einer zum Unterricht und der Partner kann so den Stoff später nacharbeiten.

„Natürlich hatten wir Anfangs ein bisschen Heimweh und unsere eigenen Kinder brauchten ihre Zeit, um sich an die neue Familiensituation zu gewöhnen, aber das gehört dazu“, so Boris Gottlöber. Als eine der großen Herausforderungen bei ihrem Start im Kinderdorf beschreibt das Paar den Umstand, dass Leben und Arbeiten so unmittelbar an einem Ort, ja sogar im gleichen Haus stattfindet. „Man muss erst lernen, sich abzugrenzen, um auch mal abzuschalten.“ Aber auch das gelingt den beiden nach ihrem ersten Jahr im Kinderdorf immer besser. „Wir waren noch nie so oft zusammen Essen“, schmunzelt Martina Gottlöber. „Bei unserer Arbeit in der Familie werden uns viele schöne Erlebnisse im Werdegang der Kinder geschenkt. Hinzu kommen die Begegnungen im Dorf, man trifft sich, tauscht sich aus – die Zusammenarbeit gibt Schwung“, ergänzt Boris Gottlöber. „Das bestätigt uns darin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.