Spatenstich für neues Familienhaus

In Zeiten sinkender Rendite und Negativzinsen müssen nicht nur Privatanleger sondern auch Stiftungen über alternative Anlagestrategien nachdenken. Gemeinnützige Stiftungen wollen mit ihrem Kapital möglichst viel Rendite für den guten Zweck erwirtschaften. Vor allem für kleinere Stiftungen, die mit weniger Kapital ausgestattet sind und meist rein ehrenamtlich geführt werden, müssen kreative Lösungen her.
 
Die Pestalozzi Stiftung Wahlwies hat einen Weg gefunden, wie nicht nur die Erträge, sondern bereits die Anlageform den Stiftungszweck erfüllt. Seit 19 Jahren ermöglicht die Stiftung Projekte, die den Kindern und Jugendlichen im Pestalozzi Kinderdorf zugutekommen, und die zu finanzieren der Trägerverein des Kinderdorfs nicht imstande wäre. So wurden in den letzten Jahren beispielsweise zwei Familienhäuser um ein Kinderzimmer erweitert und ein Fußballplatz gebaut, der sich bei Kindern aus dem Kinderdorf und der Umgebung größter Beliebtheit erfreut.

Der Stiftungsvorstand der Pestalozzi Stiftung Wahlwies hat nun in einer außerordentlichen Sitzung am 26. Juli 2017 beschlossen, frei werdendes Stiftungsvermögen in den Bau eines neuen Familienhauses im Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf zu investieren. Der Trägerverein des Kinderdorfs zahlt für die Nutzung eine marktübliche Miete. So profitieren alle: Die Stiftung kann ihr Kapital erhalten, erwirtschaftet weiterhin ausreichende Rendite und das Kinderdorf kann sechs weiteren Kindern in sozialen Notlagen ein Zuhause bieten.
 
Der Spatenstich für das neue Haus fand am heutigen Mittwoch statt. Im Sommer 2018 wird das Haus bezugsfertig sein. Ein pädagogisch qualifiziertes Paar nimmt dann sechs Kinder auf, die nicht bei den leiblichen Eltern aufwachsen können und lebt mit ihnen wie in einer „richtigen“ Familie zusammen. Das Haus wird eine Wohn- und Nutzfläche von rund 300 qm haben und acht bis zehn Personen Wohnraum bieten (sechs Kinder, zwei Kinderdorfeltern und ggf. deren leibliche Kinder). Es muss die Auflagen des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales erfüllen und wird außerdem barrierefrei sein, so dass auch Kinder mit einer körperlichen Behinderung aufgenommen werden können, was bisher nicht möglich war.