Ein Zeppelin von Kinderhand

Im Februar waren alle Kinder und Jugendlichen aus dem Pestalozzi Kinderdorf zu einem besonderen Malwettbewerb aufgerufen. Gemalt werden sollte ein Zeppelin-Luftschiff. Das schönste Bild wird als Briefmarkenmotiv einen der nächsten Belege der Kinderdorf-Flugpost zieren.
Diese Flugpost ist fast so alt wie das Kinderdorf selbst: sie wurde im Jahr 1952 durch Hermann Johannes Scheer, den damaligen Kinderdorf-Geschäftsführer gegründet. Zunächst fanden die Ballonflüge mit Postbeförderung vor allem in Deutschland statt, später bereiste „Jo“ Scheer im Ballon die ganze Welt. Europa, Amerika, Afrika, Asien, Australien: überall, wo es für Sammler interessante Anlässe gab, wurde Post befördert. Zunächst im Gasballon, später im Heißluftballon und dann sogar im Heißluft-Luftschiff.
Die Erlöse aus dem Verkauf der Postbelege sind bis heute eine wichtige Einnahmequelle für das Pestalozzi Kinderdorf. Mittlerweile gibt der  Verein „Freunde der Kinderdorf-Flugpost e.V.“ in Zusammenarbeit mit der Hermann E. Sieger GmbH die Belege heraus. Die Post wird von der Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen mit dem Luftschiff Zeppelin NT (Neue Technologie) befördert.
Viele Kinder im Kinderdorf kennen den Zeppelin von einer Werksbesichtigung – oder sehen ihn des Öfteren bei einem der Rundflüge über dem Bodensee schweben. So fiel das Malen also nicht schwer. Überdies gab es tolle Preise für die drei besten Bilder zu gewinnen, die freundlicherweise von der Firma Sieger gestiftet wurden.
Die Jury, bestehend aus Konsul Hermann W. Sieger, Günter H. Sieger (Geschäftsführer Hermann E. Sieger GmbH), Bernd Löhle (Geschäftsführer Pestalozzi Kinderdorf) und Thomas Brandt (Geschäftsführer ZLT Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co KG) kürte die drei Erstplatzierten.
Der 10-jährige Paul darf sich als stolzer Gewinner nun nicht nur über einen Kinobesuch mit Popcorn und Cola für zwei Personen freuen. Sein Bild wird auch Hunderte Sammler in besonderer Weise daran erinnern, dass sie mit dem Kauf der Belege dazu beitragen, Kindern ein gutes Zuhause zu geben.